Privatpraxis für funktionelle & regenerative Orthopädie und Osteopathie in Memmingen

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Höhentherapie: Mehr Energie durch gezielte Sauerstoffreize?

Wie kontrollierte Höhenreize den Körper fordern können – und warum Mitochondrien dabei eine wichtige Rolle spielen

Mehr Energie im Alltag, wieder belastbarer sein oder sich nach körperlicher Aktivität schneller erholen: Viele Menschen merken mit zunehmendem Alter, dass ihre Reserven kleiner werden. Eine Wanderung kostet mehr Kraft als früher, nach einem anstrengenden Tag fehlt die Energie für Bewegung oder der Körper braucht länger, bis er sich von Belastungen erholt hat.

Dabei bedeutet „mehr Energie“ nicht einfach, dem Körper etwas zuzuführen. Entscheidend ist vielmehr, wie gut unsere Zellen Energie bereitstellen, wie anpassungsfähig der Organismus auf Belastungsreize reagiert und wie gut anschließend Regeneration gelingt.

Genau hier setzt die Höhentherapie an. Sie nutzt gezielte Veränderungen der Sauerstoffkonzentration, um dem Körper einen kontrollierten Anpassungsreiz zu geben.

Was ist eine Höhentherapie?

Wer sich in größerer Höhe aufhält, atmet Luft mit einem geringeren verfügbaren Sauerstoffanteil. Der Körper reagiert darauf mit verschiedenen Anpassungsmechanismen.

Für eine Höhentherapie müssen Sie allerdings nicht auf einen Berg steigen.

Bei der sogenannten intermittierenden Hypoxie-Hyperoxie-Therapie wechseln sich kontrollierte Phasen mit sauerstoffreduzierter und sauerstoffreicherer Atemluft ab. Sie liegen währenddessen entspannt und atmen über eine Maske. Je nach Verfahren werden dabei unter anderem Puls und Sauerstoffsättigung überwacht.

Wichtig ist die Unterscheidung: Es geht nicht darum, dem Körper dauerhaft Sauerstoff zu entziehen. Entscheidend ist ein zeitlich begrenzter und individuell dosierter Reiz, auf den sich der Organismus einstellen muss.

Mitochondrien: Wo unsere Zellen Energie bereitstellen

Um zu verstehen, warum kontrollierte Sauerstoffreize interessant sein können, lohnt sich ein Blick auf unsere Mitochondrien.

Sie werden häufig vereinfacht als die „Kraftwerke unserer Zellen“ bezeichnet. In ihnen entsteht ein großer Teil des ATP, das unsere Zellen als unmittelbar verfügbare Energie benötigen.

Diese Energie brauchen wir praktisch überall im Körper: beispielsweise für Muskelarbeit, Herzfunktion, Stoffwechselvorgänge und zahlreiche Anpassungs- und Erneuerungsprozesse.

Besonders viele Mitochondrien befinden sich dort, wo viel Energie benötigt wird – beispielsweise in Muskelzellen.

Ihre Bedeutung geht allerdings über die reine Energieproduktion hinaus. Mitochondrien sind Teil komplexer biologischer Prozesse und reagieren unter anderem darauf, wie aktiv wir sind, welche Belastungsreize wir setzen und wie gut der Körper sich anschließend erholen kann.

Was haben Mitochondrien mit dem Älterwerden zu tun?

Mit zunehmendem Alter verändert sich auch die Funktion unserer Mitochondrien. Die Wissenschaft zählt mitochondriale Veränderungen heute zu den biologischen Merkmalen des Alterungsprozesses.

Das bedeutet jedoch nicht, dass unsere Mitochondrien ab einem bestimmten Alter einfach „kaputt“ sind. Ebenso wenig lässt sich Alterung auf einen einzigen biologischen Prozess reduzieren.

Unser Körper altert sehr viel komplexer.

Interessant ist vielmehr, dass unsere Zellen ihre Anpassungsfähigkeit nicht vollständig verlieren. Bewegung, körperliches Training, Regeneration und andere gezielte Reize können auch im höheren Lebensalter biologische Anpassungsprozesse anstoßen.

Genau deshalb ist für mich die Frage spannend:

Wie können wir vorhandene körperliche Möglichkeiten möglichst lange erhalten und sinnvoll fördern?

Was hat Sauerstoff damit zu tun?

Unser Körper reagiert sehr sensibel darauf, wie viel Sauerstoff zur Verfügung steht.

Wird die Sauerstoffkonzentration für kurze Zeit kontrolliert reduziert, muss sich der Organismus auf diese veränderten Bedingungen einstellen. Dabei werden verschiedene Signalwege aktiviert, die unter anderem mit Sauerstoffverarbeitung, Energiestoffwechsel und zellulärer Anpassung zusammenhängen.

Auch die Funktion und Anpassungsfähigkeit der Mitochondrien wird in diesem Zusammenhang wissenschaftlich untersucht.

Daraus sollte allerdings kein falsches Versprechen entstehen: Eine Höhentherapie produziert nicht einfach „neue gesunde Mitochondrien“, macht das biologische Altern nicht rückgängig und sorgt nicht automatisch dafür, dass Sie nach einer Anwendung voller Energie sind.

Der interessante Gedanke ist ein anderer:

Ein richtig dosierter Sauerstoffreiz kann den Körper dazu herausfordern, sich an wechselnde Bedingungen anzupassen.

Mehr Energie zeigt sich im Alltag

„Mehr Energie“ ist für mich deshalb keine abstrakte Laborgröße.

Entscheidend ist, was Sie in Ihrem Alltag davon merken möchten.

Vielleicht möchten Sie:

  • nach einem Arbeitstag noch Reserven für Bewegung haben,

  • längere Strecken wieder besser bewältigen,

  • beim Wandern oder Sport belastbarer sein,

  • nach körperlicher Aktivität besser regenerieren,

  • Ihre Leistungsfähigkeit im Alter möglichst lange erhalten,

  • oder nach einer Phase reduzierter Aktivität wieder mehr körperliche Sicherheit gewinnen.

Die Höhentherapie kann – wenn sie zu Ihrer medizinischen Ausgangssituation passt – ein Baustein in einem solchen Aufbau sein.

Kein Energie-Booster auf Knopfdruck

Gerade bei Begriffen wie „Energie“, „Zellstoffwechsel“ oder „Mitochondrien“ entstehen schnell große Versprechen.

Davon halte ich wenig.

Höhentherapie sollte nicht als schnelle Lösung verstanden werden, sondern als möglicher Trainingsreiz innerhalb eines größeren gesundheitlichen Konzepts.

Denn Belastbarkeit entsteht nicht allein durch ein Gerät.

Bewegung, Muskelkraft, Schlaf, Ernährung, Regeneration, Stress und die individuelle medizinische Ausgangssituation spielen ebenfalls eine Rolle.

Deshalb lautet die entscheidende Frage in meiner Praxis nicht:

„Brauchen Sie Höhentherapie?“

Sondern:

„Welcher Baustein ist für Ihr persönliches Ziel jetzt sinnvoll?“

Für wen kann die Höhentherapie interessant sein?

Eine kontrollierte Höhentherapie kann besonders für Menschen interessant sein, die ihre körperliche Belastbarkeit und Regeneration bewusst in den Blick nehmen möchten.

Dazu können beispielsweise Menschen gehören,

  • die sich im Alltag weniger belastbar fühlen,

  • die nach körperlicher Beanspruchung längere Erholungsphasen benötigen,

  • die wieder aktiver werden möchten,

  • die ergänzend zu Bewegung und Training neue Reize setzen möchten,

  • oder die ihre Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter möglichst lange erhalten möchten.

Ob das Verfahren im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte jedoch immer von der persönlichen gesundheitlichen Situation abhängen.

Höhentherapie und Longevity 50+

Gerade ab 50 verändert sich die Perspektive auf Gesundheit.

Es geht nicht nur darum, aktuelle Beschwerden zu behandeln. Ebenso wichtig ist die Frage, was in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren noch möglich sein soll.

Mit 60 noch hochalpin unterwegs sein.
Mit 70 Ski fahren.
Mit 80 reisen.
Mit 90 möglichst selbstständig leben.

Das ist keine Garantie und kein medizinisches Versprechen. Es ist eine Richtung.

Für mich bedeutet Longevity deshalb nicht, dem Altern hinterherzulaufen. Es bedeutet, heute daran zu arbeiten, dass möglichst viele körperliche Möglichkeiten erhalten bleiben.

Bewegung und Training bleiben dabei zentrale Bausteine. Eine Höhentherapie kann – bei geeigneter Ausgangssituation – als zusätzlicher Reiz Teil dieses Konzepts sein.

Was sagt die Wissenschaft zur Höhentherapie?

Intermittierende Hypoxie und intermittierende Hypoxie-Hyperoxie werden seit Jahren wissenschaftlich untersucht.

Dabei gibt es Hinweise, dass entsprechende Protokolle bei bestimmten Personengruppen unter anderem die Belastungstoleranz oder einzelne Parameter der Sauerstoffaufnahme positiv beeinflussen können.

Gleichzeitig ist die Studienlage nicht für alle Anwendungsbereiche gleich gut. Ergebnisse unterscheiden sich abhängig vom verwendeten Verfahren, der Dauer, der Intensität und vor allem von den untersuchten Menschen.

Deshalb wäre es aus meiner Sicht falsch, aus der bisherigen Forschung ein allgemeines Versprechen wie „Höhentherapie macht leistungsfähiger“ abzuleiten.

Viel sinnvoller ist die individuelle Betrachtung:

Was möchten Sie erreichen? Wie belastbar sind Sie aktuell? Gibt es gesundheitliche Faktoren, die berücksichtigt werden müssen? Und welchen Beitrag kann die Höhentherapie in Ihrem persönlichen Konzept leisten?

Nicht möglichst viele Methoden – das Richtige zur richtigen Zeit

In meiner Praxis betrachte ich moderne Verfahren nicht isoliert.

Auch eine technisch interessante Methode wird für mich erst dann sinnvoll, wenn sie eine konkrete Aufgabe übernimmt.

Deshalb prüfe ich, wie die Höhentherapie zu Ihrem Befund, Ihrer Belastbarkeit und Ihrem persönlichen Ziel passt. Je nach Ausgangssituation können andere Maßnahmen zunächst wichtiger sein – beispielsweise gezieltes Training, funktionelle Behandlung, Regeneration oder eine weitere medizinische Abklärung.

Denn am Ende geht es nicht darum, möglichst viele Verfahren einzusetzen.

Es geht darum, Ihre vorhandenen Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und Schritt für Schritt mehr Belastbarkeit aufzubauen.

Mehr Energie bedeutet: mehr Reserven für das, was Ihnen wichtig ist

Energie zeigt sich nicht daran, wie viele Mitochondrien wir zählen können.

Sie zeigt sich im Leben.

Daran, ob Sie morgens leichter in den Tag starten, nach einer Belastung noch Reserven haben, wieder mehr Bewegung zulassen oder Aktivitäten verfolgen können, die Ihnen wichtig sind.

Genau aus dieser Perspektive betrachte ich die Höhentherapie: nicht als Anti-Aging-Versprechen und nicht als schnellen Energie-Booster, sondern als einen möglichen zusätzlichen Trainingsreiz für Menschen, die ihre Belastbarkeit und körperliche Anpassungsfähigkeit gezielt unterstützen möchten.


Denn das eigentliche Ziel ist nicht mehr Therapie. Es ist mehr von dem Leben, das Sie aktiv gestalten möchten.

Hinweis zur medizinischen Einordnung: Die wissenschaftliche Evidenz zur intermittierenden Hypoxie- beziehungsweise Hypoxie-Hyperoxie-Therapie unterscheidet sich je nach Verfahren, Anwendungsgebiet und untersuchter Personengruppe. Die Höhentherapie ist nicht für jeden Menschen geeignet und ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung, Diagnose oder notwendige Behandlung.

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