Privatpraxis für funktionelle & regenerative Orthopädie und Osteopathie in Memmingen

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Vitalfeldtherapie: Den Körper aus einer zusätzlichen Perspektive betrachten Was hinter dem

Was hinter dem Vitalfeld-Konzept steckt und warum ich es als ergänzenden Baustein nutze

Manchmal passen Beschwerden nicht in ein einfaches Schema. Der Rücken meldet sich immer wieder, die Belastbarkeit schwankt oder man fühlt sich erschöpft, obwohl einzelne Befunde keine vollständige Erklärung liefern. Gerade in solchen Situationen kann es sinnvoll sein, vorhandene medizinische Informationen nicht isoliert zu betrachten.

Die Vitalfeldtherapie ist ein komplementärmedizinisches Verfahren, das genau hier eine zusätzliche Perspektive anbieten möchte. Sie arbeitet mit schwachen elektromagnetischen beziehungsweise elektrischen Impulsen und einem eigenen Modell körperlicher Regulation.

Wichtig ist mir dabei eine klare Einordnung: Die Vitalfeldtherapie ersetzt weder eine orthopädische Untersuchung noch Labor, Bildgebung oder andere notwendige medizinische Diagnostik. Ich verstehe sie als ergänzende Methode, deren Ergebnisse immer im Zusammenhang mit Anamnese, Untersuchung und vorhandenen Befunden betrachtet werden müssen.

Was ist mit „Vitalfeld“ überhaupt gemeint?

Der Begriff klingt zunächst abstrakt. Er stammt aus der Vitalfeld-Technologie und wurde vom Hersteller VITATEC geprägt. Gemeint ist ein Modell, nach dem elektromagnetische Vorgänge des menschlichen Körpers gemeinsam als sogenanntes „Vitalfeld“ betrachtet werden.

Bei entsprechenden Geräten werden über Elektroden schwache elektrische Signale abgegeben und Reaktionen erfasst. Daraus erstellt das System eine Auswertung, die dem Anwender zusätzliche Hinweise für die weitere Betrachtung geben soll.

Das ist jedoch von etablierten medizinischen Untersuchungen klar zu unterscheiden: Der Begriff „Vitalfeld“ ist kein allgemein anerkannter Begriff der universitären Medizin. Auch der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass seine Methode im Sinne der Universitätsmedizin wissenschaftlich nicht nachgewiesen und entsprechend nicht anerkannt ist.

Welchen Nutzen kann eine solche zusätzliche Betrachtung haben?

Für mich liegt der interessante Aspekt der Vitalfeldtherapie nicht darin, eine vermeintlich „verborgene Diagnose“ zu stellen.

Vielmehr kann sie im Rahmen eines umfassenderen Behandlungskonzepts eine weitere Betrachtungsebene bieten. Gerade wenn verschiedene Faktoren zusammenspielen, kann eine zusätzliche strukturierte Auswertung Anlass geben, bestimmte Punkte genauer zu hinterfragen.

Dabei können beispielsweise Fragen entstehen wie:

  • Wie belastbar fühlt sich der Patient aktuell?

  • Welche Beschwerden treten gemeinsam oder abhängig von Belastung auf?

  • Wie verändert sich das Befinden im Verlauf?

  • Welche medizinischen oder funktionellen Faktoren sollten noch genauer betrachtet werden?

  • Welche Maßnahmen haben bisher gut oder weniger gut funktioniert?

Der entscheidende Nutzen entsteht für mich deshalb nicht aus einem einzelnen Messwert. Er entsteht daraus, Informationen sinnvoll einzuordnen und daraus die richtigen medizinischen Fragen abzuleiten.

Keine Diagnose auf Knopfdruck

Gerade bei neuen oder komplementärmedizinischen Verfahren ist mir wichtig, dass Technik nicht mit diagnostischer Sicherheit verwechselt wird.

Eine Vitalfeldmessung kann beispielsweise kein MRT ersetzen, keinen Bandscheibenvorfall sicher ausschließen und keine Laboruntersuchung ersetzen. Ebenso sollte aus einer auffälligen Darstellung des Systems nicht automatisch auf eine Erkrankung geschlossen werden.

Wenn Beschwerden auf eine strukturelle Verletzung, neurologische Erkrankung, Entzündung oder eine andere behandlungsbedürftige Ursache hindeuten, steht die entsprechende medizinische Diagnostik an erster Stelle.

Das entspricht auch dem Grundgedanken evidenzbasierter Medizin: Ärztliche Entscheidungen verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit medizinischer Erfahrung und der individuellen Situation des Patienten.

Wie kann die Vitalfeldtherapie in meiner Praxis eingesetzt werden?

Ich nutze ergänzende Verfahren nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“.

Am Anfang steht immer die Frage: Was möchten Sie wieder können und was hindert Sie aktuell daran?

Dazu gehören die persönliche Krankengeschichte, vorhandene Befunde und eine orthopädische beziehungsweise funktionelle Untersuchung. Erst danach entscheide ich, welche zusätzlichen Informationen oder Behandlungsverfahren für die jeweilige Situation sinnvoll sein können.

Die Vitalfeldtherapie kann dabei als ergänzender Baustein betrachtet werden – beispielsweise innerhalb eines Behandlungskonzepts, das gleichzeitig Bewegung, Belastungssteuerung, Regeneration oder andere medizinisch begründete Maßnahmen berücksichtigt.

Warum interessiert mich das Thema Regulation?

Unser Körper passt sich ständig an. An Bewegung und Ruhe, an körperliche Belastung, Schlafmangel, Stress oder Regeneration.

Diese Anpassungsfähigkeit ist gerade bei länger bestehenden Beschwerden interessant. Denn nicht immer entscheidet allein ein struktureller Befund darüber, wie belastbar sich jemand im Alltag fühlt.

Das bedeutet aber nicht, dass jedes Beschwerdebild durch eine „Regulationsstörung“ erklärt werden kann. Solche Begriffe dürfen eine konkrete medizinische Diagnose nicht ersetzen.

Für mich lautet die sinnvollere Frage deshalb:

Welche Informationen helfen dabei, Ihren aktuellen Zustand besser einzuordnen – und welche davon haben tatsächlich Konsequenzen für Ihren Behandlungsweg?

Für wen kann das Verfahren interessant sein?

Eine ergänzende Vitalfeldanwendung kann insbesondere für Menschen interessant sein, die offen für komplementärmedizinische Verfahren sind und gleichzeitig Wert darauf legen, dass diese in einen ärztlich geführten Behandlungsweg eingebettet bleiben.

Denkbar ist eine ergänzende Betrachtung beispielsweise bei Menschen, die ihre Belastbarkeit und Regeneration umfassender betrachten möchten oder bei denen unterschiedliche Beschwerden und Einflussfaktoren zusammentreffen.

Dabei gilt immer: Nicht jeder Mensch benötigt eine Vitalfeldtherapie – und nicht jeder auffällige Messwert benötigt eine Behandlung.

Was sagt die Wissenschaft?

Hier ist Transparenz besonders wichtig.

Für die Vitalfeld-Technologie als spezifisches Verfahren liegt derzeit keine allgemein anerkannte wissenschaftliche Evidenz vor, die sie als etabliertes medizinisches Diagnose- oder Therapieverfahren bestätigen würde. Der Hersteller selbst macht auf diesen Umstand ausdrücklich aufmerksam.

Auch verwandte sogenannte Bioenergiefeld-Verfahren werden wissenschaftlich kontrovers beurteilt. Eine aktuelle medizinische S3-Leitlinie aus der Onkologie kommt für dort untersuchte Bioenergiefeld-Therapien zu dem Ergebnis, dass für mehrere untersuchte Endpunkte kein über Placebo- beziehungsweise Aufmerksamkeitseffekte hinausgehender Nutzen belegt werden konnte. Diese Verfahren sind allerdings nicht automatisch mit der hier beschriebenen Vitalfeld-Technologie gleichzusetzen; die Daten zeigen vielmehr, warum pauschale Wirkversprechen in diesem Bereich nicht angebracht sind.

Deshalb verspreche ich mit der Vitalfeldtherapie weder die Diagnose verborgener Erkrankungen noch die Heilung bestimmter Beschwerden.

Ergänzung statt Ersatz

Mich interessieren neue Verfahren dann, wenn sie eine sinnvolle zusätzliche Perspektive eröffnen können. Gleichzeitig muss klar bleiben, was eine Methode leisten kann – und was nicht.

Die Vitalfeldtherapie ist für mich deshalb kein Ersatz für Medizin, sondern allenfalls eine Ergänzung innerhalb eines größeren Bildes.

Entscheidend bleibt:

Ihre Beschwerden medizinisch einordnen, relevante Befunde ernst nehmen, unnötige Schlussfolgerungen vermeiden und aus den vorhandenen Informationen einen nachvollziehbaren nächsten Schritt ableiten.

Denn am Ende geht es nicht darum, möglichst viele Daten über Ihren Körper zu sammeln. Es geht darum, herauszufinden, welche Informationen für Sie tatsächlich hilfreich sind – damit daraus konkrete und realistische Schritte für mehr Bewegung, Belastbarkeit und Lebensqualität entstehen können.


Hinweis zur wissenschaftlichen Einordnung: Der Begriff „Vitalfeld“ und die damit verbundenen Verfahren sind in der universitären Medizin nicht allgemein anerkannt. Eine wissenschaftlich gesicherte Wirksamkeit der Vitalfeldtherapie für die Diagnose oder Behandlung konkreter Erkrankungen ist derzeit nicht belegt. Die Anwendung ersetzt keine erforderliche ärztliche Untersuchung, Diagnostik oder Behandlung.

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